Eben habe ich es in einem Kommentar geschrieben, spontan - aus dem Bauch heraus. Den Gedanken möchte ich hier noch einmal aufnehmen, denn er beschreibt recht gut, wie mein Leben in den letzten Monaten/Jahren gelaufen ist.
Es ging mir nicht gut. Von meinem Mann hatte ich mich bereits vor einigen Jahren getrennt, damals blieb ich mit meiner Tochter allein. Wir zwei hatten ein gutes Leben, dann kam der Unfall. Ich geriet unverschuldet in einen Verkehrsunfall und lag lange Zeit im Krankenhaus. Mein Exmann hat sich in dieser Zeit um unsere Tochter gekümmert. Da musste ich mir keine Sorgen machen. Einige Operationen musste ich über mich ergehen lassen. Mein Bein war stark verletzt, Trümmerbrüche, Sehnenverletzungen und nicht heilen wollende Fleischwunden. Das war schlimm, aber ich habe gekämpft und ich hatte auch gute Ärzte. Von dem Trauma des Unfalls abgesehen, war meine Seele aber soweit gesund - bis ich dann erfuhr, dass die Versicherungen nicht zahlen wollten. Sie wollten mir eine Mitschuld nachweisen. Auf diesen Gedanken wäre ich nie gekommen, denn für mich war einwandfrei klar, dass der Unfallverursacher mir die Vorfahrt genommen hatten und ich gar nichts hätte machen können. So wurde das auch festgehalten damals. Ich ging davon aus, dass es eben ein langer Prozess ist, bis die Versicherungen mir dasa Geld überweisen würden. Das war nicht so!
Ich konnte das nicht verstehen. Wofür hatte ich die Versicherungen abgeschlossen, wenn sie nicht im Notfall greifen würden. Ich wurde immer stiller, in mich gekehrter. Mein Arzt verordnete mir Psychopharmaka, die haben eine Weile geholfen. Aber ich ging still durch eine dumpfe Welt, ohne Empfindungen. Ich konnte weder weinen, noch wütend werden und das ist ein Prozess, den ich zunächst nicht bemerkt habe. Ich zog mich immer mehr zurück. Ich fühlte mich wie auf einem Abstellgleis - alle gingen an mir vorbei, schauten mich mitleidig an, aber keiner sagte mir, dass kein Zug kommen würde ...
Als meine Tochter dann ihr Abitur bestanden hatte und zum Studieren weit weg zog, kippte ich völlig um. Ich war einige Wochen in einer Klinik und dort bekam ich den entscheidenden Impuls.
Die andern würden sich nicht ändern, ich musste etwas verändern und ich wollte kämpfen, um meine Gesundheit und um mein Recht.
Ja, so war das. Ich werde nach und nach mehr davon erzählen. Jetzt schnappe ich mir die Hundeleine und dann geht es raus, mit Lotte.
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Donnerstag, 19. Februar 2015
Montag, 2. Februar 2015
Nennen wir ihn "Dr. Alexander"
Das ist zwar sein Vorname, aber selbstverständlich kann ich seinen Nachnamen hier nicht nennen.
Heute war ich also beim Arzt, eine nette Dame hier aus dem Ort hat ihn mir empfohlen. Sie sagte, dass er nett sei und auch noch nicht zu alt, denn man wolle sich ja nicht gern umgewöhnen, wenn man erstmal einen guten Arzt gefunden hat.
Recht hat sie, das Problem hatte ich bei meinem langjährigen Hausarzt, der dann plötzlich in den wohlverdienten Ruhestand ging und dann stand ich da - Annemie in Tränen aufgelöst. Wie sollte ich jemanden finden, dem ich nur habwegs so vertraute, wie meinem "alten" Hausarzt, der mich schon in meiner Jugendzeit betreut hatte.
Heute war es nun soweit, ich lernte meinen "Neuen" kennen, Dr. Alexander, Allgemeinmediziner. Einigermaßen pünktlich wurde ich aufgerufen und nett begrüßt.
"Ein ganz neues Gesicht, wie schön!", sagte er und bot mir den Platz vor seinem Schreibtisch an. Er fragte mich, woher ich denn komme und was mich nach W. verschlagen hätte.
Ich erzählte, dass ich einen Neuanfang mache und mir das Dörfchen W. ganz besonders gut gefallen habe.
Ich überreichte ihm meine Krankenunterlagen, doch er wehrte zunächst ab.
"Ich denke, ich sollte mir selbst ein Bild machen!", schlug er vor.
Also gut, soll er. Für den Moment hat er mir nun erstmal ein wenig Ruhe und jede Menge frische Luft verordnet. Er nahm mit Blut ab, überprüfte den Blutdruck, hörte meine Lunge ab und prüfte meine Reflexe. Dabei entdeckte er natürlich die Unfallnarben am Bein und erkundigte sich, was denn da passiert sei.
Ich erzählte von dem Unfall und auch von all den Schwierigkeiten, die sich danach für mich ergeben hatten. Es dauerte gar nicht lange und ich saß weinend, wie ein Häufchen Elend vor ihm. Das wollte ich gar nicht, aber es ist nunmal so gekommen. Er blieb ruhig und nahm sich Zeit, ließ mich reden und stellte nur ab und zu kleine Verständnisfragen.
Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt, sehr gut. Willkommen in meinem Leben, Dr. Alexander, wir werden ein gutes Team werden!
Ich schätze, da ist wieder ein Eintrag in meinem Glückstagebuch fällig!
Heute war ich also beim Arzt, eine nette Dame hier aus dem Ort hat ihn mir empfohlen. Sie sagte, dass er nett sei und auch noch nicht zu alt, denn man wolle sich ja nicht gern umgewöhnen, wenn man erstmal einen guten Arzt gefunden hat.
Recht hat sie, das Problem hatte ich bei meinem langjährigen Hausarzt, der dann plötzlich in den wohlverdienten Ruhestand ging und dann stand ich da - Annemie in Tränen aufgelöst. Wie sollte ich jemanden finden, dem ich nur habwegs so vertraute, wie meinem "alten" Hausarzt, der mich schon in meiner Jugendzeit betreut hatte.
Heute war es nun soweit, ich lernte meinen "Neuen" kennen, Dr. Alexander, Allgemeinmediziner. Einigermaßen pünktlich wurde ich aufgerufen und nett begrüßt.
"Ein ganz neues Gesicht, wie schön!", sagte er und bot mir den Platz vor seinem Schreibtisch an. Er fragte mich, woher ich denn komme und was mich nach W. verschlagen hätte.
Ich erzählte, dass ich einen Neuanfang mache und mir das Dörfchen W. ganz besonders gut gefallen habe.
Ich überreichte ihm meine Krankenunterlagen, doch er wehrte zunächst ab.
"Ich denke, ich sollte mir selbst ein Bild machen!", schlug er vor.
Also gut, soll er. Für den Moment hat er mir nun erstmal ein wenig Ruhe und jede Menge frische Luft verordnet. Er nahm mit Blut ab, überprüfte den Blutdruck, hörte meine Lunge ab und prüfte meine Reflexe. Dabei entdeckte er natürlich die Unfallnarben am Bein und erkundigte sich, was denn da passiert sei.
Ich erzählte von dem Unfall und auch von all den Schwierigkeiten, die sich danach für mich ergeben hatten. Es dauerte gar nicht lange und ich saß weinend, wie ein Häufchen Elend vor ihm. Das wollte ich gar nicht, aber es ist nunmal so gekommen. Er blieb ruhig und nahm sich Zeit, ließ mich reden und stellte nur ab und zu kleine Verständnisfragen.
Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt, sehr gut. Willkommen in meinem Leben, Dr. Alexander, wir werden ein gutes Team werden!
Ich schätze, da ist wieder ein Eintrag in meinem Glückstagebuch fällig!
Samstag, 10. Januar 2015
Draußen vor der Tür
Gerade komme ich von einer kleinen Blogtour zurück. Zu Gast war ich in vielen Blogs, die ich seit vielen Jahren als ständige Besucherin kenne und schätze. Auch heute fühle ich mich wieder, als hätte ich liebe Freunde in ihrem Zuhause besucht. Aber es war ein schweigsamer Besuch. Ich war schweigsam, wie ich es auch schon seit langer Zeit bin.
Warum?Das frage ich mich auch heute wieder.Ist es meine neue Lebensweise, die mein Denken und Kommunizieren einseitig werden ließ und lässt? Bin ich maulfaul geworden? Desinteressiert? Lustlos?Nein. Weder weder noch.Was aber ist es dann?
Um ehrlich zu sein: Ich glaube, die letzten Jahre der Probleme mit den Unfallverletzungen und die unerwartet 'unschöne' (das ist harmlos formuliert) Reaktion meiner Freunde und Kollegen darauf haben mich schüchtern werden lassen. Im realen Leben ebenso wie auf Touren online. Ich fühle mich Smalltalk-inkompatibel. Auch misstrauisch zuweilen.Und so stehe ich, irgendwie, draußen vor der Tür und wünschte, dem wäre nicht so.
Wie ein einsames, verletzliches Blümchen im Asphalt, so fühle ich mich so manches Mal. Das sollte sich ändern.
Warum?Das frage ich mich auch heute wieder.Ist es meine neue Lebensweise, die mein Denken und Kommunizieren einseitig werden ließ und lässt? Bin ich maulfaul geworden? Desinteressiert? Lustlos?Nein. Weder weder noch.Was aber ist es dann?
Um ehrlich zu sein: Ich glaube, die letzten Jahre der Probleme mit den Unfallverletzungen und die unerwartet 'unschöne' (das ist harmlos formuliert) Reaktion meiner Freunde und Kollegen darauf haben mich schüchtern werden lassen. Im realen Leben ebenso wie auf Touren online. Ich fühle mich Smalltalk-inkompatibel. Auch misstrauisch zuweilen.Und so stehe ich, irgendwie, draußen vor der Tür und wünschte, dem wäre nicht so.
Wie ein einsames, verletzliches Blümchen im Asphalt, so fühle ich mich so manches Mal. Das sollte sich ändern.
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